PIRATEN Thüringen fordern Verzicht auf zweifelhafte 380kV-Trasse

Energiewende nicht auf Kosten der Natur 
Nachdem die Gegner der umstrittenen 380kV-Trasse durch den Thüringer Wald am letzten Donnerstag vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig mit ihrem Antrag auf einen Baustopp gescheitert sind [1], stellt sich erneut die Frage nach Sinn oder Unsinn des geplanten Bauvorhabens.
 
Die Thüringer Ministerpräsidentin Lieberknecht (CDU) äußert sich derzeit in widersprüchlicher Weise [2]. So stellt sie die Notwendigkeit der Trasse auf einmal in Frage, während gleichzeitig der Öffentlichkeit ein Netzentwicklungsplan [3] vorgelegt wird, welcher die Energiewende vom Bau derartiger Trassen quer durch Deutschland abhängig macht. Dass dieses Konzept nicht bis zum Ende durchdacht ist, erkennt man am Freistaat Bayern, der offensichtlich mehr auf den Ausbau der Mittelspannungsebene setzt und einen eher autarken Versorgungsstatus anstrebt.
Einen ähnlichen Standpunkt haben auch die PIRATEN Thüringen bereits auf ihrem Landesparteitag 2011 eingenommen, indem sie sich mit einem Positionspapier klar gegen den Bau der 380kV-Trasse aussprachen [4].
»Der Schlüssel für eine wirkliche Energiewende liegt in der regionalen Vernetzung auf Mittelspannungsebene und konsequent dezentralen Strukturen«, äußert sich dazu Frank Cebulla, der das Positionspapier der PIRATEN Thüringen mit auf den Weg gebracht hat und erklärt dazu weiter: »Die geplante 380kV-Trasse zerstört nicht nur in großem Ausmaß die Natur, sondern dient vor allem den bürgerfernen und monopolistischen Interessen der vier großen Energiekonzerne. Die dafür immer wieder herangezogenen Studien der Deutschen Energie-Agentur (dena) sind wenig überzeugend, sondern eher als intensive Lobbyarbeit zu betrachten.«
Nach Ansicht der PIRATEN Thüringen konnten die Stromkonzerne bisher den begründeten Verdacht nicht ausräumen, dass eine solche Trasse mehr der Umverteilung des weiterhin in hohem Maße produzierten Braunkohlestroms, sowie des preiswerten Atomstroms aus osteuropäischen Kernkraftwerken dient. Da außerdem nach wie vor eine umfängliche Risikoabschätzung mit allen Folgen für Umwelt, Tourismus, regionale Strukturen und die betroffenen Gemeinden nicht vorgelegt werden kann, fordern die PIRATEN Thüringen von der Landesregierung, im Sinne eines grundsätzlichen Umdenkens auf die Realisierung der 380kV-Trasse endgültig zu verzichten.