Wer Cannabis verbietet, muss auch Alkohol verbieten!

Nach einer Presseanfrage äußerten sich die PIRATEN Thüringen zu einer Freigabe von derzeit illegalen Rauschmitteln. Nachzulesen ist die Antwort in der TLZ, zusammen mit Positionen anderer Thüringer Parteien.

Bemerkenswert ist die Aussage der CDU Thüringen, die als einzige an der bisherigen Prohibition festhalten möchte. Mehrere ihrer Argumente sind bereits widerlegt, z.B. dass eine Prohibition organisierte Kriminalität bekämpft oder sich die Verfügbarkeit von Substanzen in irgendeiner Weise dadurch kontrollieren lässt. Daher plädieren die PIRATEN Thüringen für eine Aufhebung der gescheiterten Verbotspolitik und die kontrollierte Abgabe Drogen wie Cannabis.

Interessant an der Argumentation der CDU ist der Punkt, dass es bei derartigen Verboten angeblich um den Schutz der Menschen gehe, da Cannabiskonsum zu psychischen und körperlichen Erkrankungen sowie zu Schulversagen und Entwicklungsstörungen führe.
Diese Behauptung ignoriert jedoch, wie hoch die Gefährdung durch verschiedene psychoaktive Substanzen tatsächlich ist und mit welcher Wahrscheinlichkeit und Schwere negative Folgen auftreten. Folgt man der Argumentation der CDU, müsste unter anderem Alkohol in Deutschland eiligst verboten werden, denn nach aktuellem Stand der Forschung sind sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Schäden durch Alkohol wesentlich dramatischer als durch THC, LSD oder Psilocybin.

Ob die CDU konsequenterweise Alkohol verbieten möchte, ist bisher nicht bekannt.

Quellen:

[1] http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Thueringer-Parteien-fordern-Entkriminalisierung-von-Cannabis-212511550
[2] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drogen-schadenspotenzial-nutt-2010.svg
[3] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drogen-schadenspotenzial-nutt-2007.svg
[4] https://www.youtube.com/watch?v=IvQfGz5wla0


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